Das große Berlin, wie wir es heute kennen, wird im Jahr 2020 hundert Jahre alt. Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin e.V. ergreift die Initiative für ein Zukunftsprojekt.

Anlass & Initiative

Nach einer Zeit der Stagnation gerät die Stadtregion erneut in Bewegung:
durch das Wachstum der Bevölkerung, der Pendler- und Warenströme, durch neue Quartiere und Siedlungen, durch ein neues Fernbahnsystem, ein radikal neues Flughafensystem und ein wachsendes Nahverkehrssystem. Berlin ist weit über seine Grenzen hinaus mit dem Umland zu einer Metropole verflochten. Vor diesem Hintergrund braucht die Stadtregion breit diskutierte Impulse zu Institutionen, zur nachhaltigen städtebaulichen Ordnung des Wachstums der Metropole insgesamt wie auch zur Gestaltung konkreter Lebensorte innerhalb der wachsenden Metropole.

Mit dem Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg sowie anderen Plänen und Konzepten von Senatsverwaltungen, Berliner Bezirken, Brandenburger Kommunen, Land Brandenburg, Regionalen Planungs-gemeinschaften und kommunalem Nachbarschaftsforum liegen vielfältige planerische Grundlagen vor. Zudem existieren zahlreiche Vorschläge von Fachleuten und Organisationen, die ebenfalls die Suche nach Strategien nachhaltigen Metropolenwachstums bereichern. Was fehlt, ist eine breite gesellschaftliche Debatte über ein umfassendes Leitbild für den gesamten Großraum, eine dynamische Metropolen-Vision, die sektorale Ansprüche räumlich integriert und strategische Überlegungen zur Umsetzung umfasst.

Vor gut 100 Jahren stand Berlin vor ähnlichen Herausforderungen.  Um 1900 wuchs Berlin mit seinen Nachbarstädten und Vororten jährlich um 90.000 Einwohner, durchaus vergleichbar mit der heutigen Bevölkerungsdynamik. Damals brachte im Jahr 1907 der „Architektenverein zu Berlin“ gemeinsam mit der „Vereinigung Berliner Architekten“ einen Wettbewerb zur Gestaltung von Groß-Berlin auf den Weg. Dank einer großen privat finanzierten Kampagne gelang es im Jahr 1908, den Wettbewerb Groß-Berlin auszuloben. Dieses stadtplanerische Jahrhundertereignis prägt Berlin bis heute.

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Das große Berlin, wie wir es heute kennen, wird im Jahr 2020 hundert Jahre alt. Dieses Jubiläum bietet die einzigartige Chance zu fragen, was sind die Stärken und Schwächen unserer Metropole, und wie kann sie in eine nachhaltige Zukunft geführt werden. Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin e.V. ergreift die Initiative für ein Jubiläumsprogramm, dass diese Fragen nicht nur aufwirft, sondern Antworten zur Diskussion stellt – Vorschläge von politischer, zivilgesellschaftlicher und fachlicher Seite. Den Rahmen dafür bieten drei Formate: „Städtebauliche Netzwerk-Kolloquien“, ein „Internationaler Städtebaulicher Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2020|2070“ und eine große Ausstellung „1920|2020|2070. 100 Jahre (Groß-)Berlin.“

In der zweiten Jahreshälfte 2019 wird der „Internationale Städtebauliche Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2020|2070“ durchgeführt. Erwartet werden beispielhaft Vorschläge auf verschiedenen Maßstabsebenen.
Der Wettbewerb wird durch den AIV ausgelobt und anonym, international und offen ausgetragen.

Am 1. Oktober 2020 werden die Resultate des Wettbewerbs auf der großen Ausstellung zu „1920|2020|2070. 100 Jahre (Groß-)Berlin“ im Kronprinzenpalais präsentiert. Die Ausstellung wird daher sowohl zurück als auch nach vorne blicken und zudem die Entwicklung von vier weiteren großen Städten Europas thematisieren.

Während der Ausstellung soll mit sechs „Städtebaulichen Netzwerk-Kolloquien“ der interdisziplinäre Wissensstand zur städtebaulichen Entwicklung der Hauptstadtregion vorgestellt und diskutiert werden.
Durch diese Kolloquien werden die zivilgesellschaftlichen Produzenten von Stadt und Region vor allem aus den Branchen Mobilität, Bauen, Gesundheit, Digitalisierung und Energie sowie kulturelle Akteure an diesem Programm beteiligt.

Erneut können Berlin und seine Nachbarn in Brandenburg im Zuge eines solchen Prozesses über das Jahr 2020 hinaus zu einem wegweisenden internationalen Stadtlabor werden.

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Zweite Jahreshälfte 2019
Internationaler Städtebaulicher Wettbewerb
Berlin-Brandenburg 2020

Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin lobt in der zweiten Jahreshälfte 2019 einen anonymen, zweistufigen Internationalen Städtebaulichen Ideenwettbewerb aus.
Die Ergebnisse der Tagungen der Hermann-Henselmann-Stiftung, des Deutschen Werkbunds Berlin und des Council for European Urbanism Deutschland werden den Verfassern zur Verfügung gestellt.

Aufgabe
  1. Gesamtregion Berlin und Umland 1:25.000: Ordnung der Verkehrslinien samt Bahnhöfen und Flughäfen, der Siedlungflächen wie Wohnen und Arbeiten, Verteilung von Großprojekten der Infrastruktur und der Industrie, Ordnung der Grünflächen, Wälder und Seen zu einem vielfältigen und vernetzten Erholungsraum.

  2. Vorschlag zu vier konkreten Orten 1:5.000 und 1:2.000:
  • Zentrum
  • Dichtes Stadtquartier
  • Wohnquartier/Siedlung/Einfamilienhausviertel
  • Wohnen und Arbeiten im Umland

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Ausstellung

Vielfalt der Zentren
Im Laufe der Geschichte (Groß-)Berlins wurde ein ungeheurer Reichtum an Zentren geschaffen: Hauptzentren wie die Berliner Mitte, die City West und die Potsdamer Mitte, dazu große, mittlere, kleine und kleinste Zentren, tatsächliche und symbolische, dauerhafte und kurzlebige, Zentren der Gesamtstadt, der Stadtregion, aber auch Zentren von Stadtteilen, Wohnanlagen, Siedlungen. Dazu kamen weitere Zentren der Umlandkommunen.

Wohnungsfrage
Vor allem von den 1890er bis zu den 1910er Jahre entstand im Rahmen privater Konkurrenz die besondere (Groß-) Berliner Wohnlandschaft mit ihren Arbeiter-, Mittelschichts- und Oberschichtsvierteln. Nach 1920 kam eine ausdifferenzierte soziale Siedlungslandschaft hinzu, Ergebnis einer langen Periode staatlich regulierten Wohnungsbaus.

Verkehrsfrage
(Groß-)Berlin war nicht zuletzt eine Schöpfung des schienengebundenen Massenverkehrs, zugleich aber auch Voraussetzung und Bühne der autogerechten Stadt. Seither hat sich in der Stadtregion ein ring-radiales Modell herausgebildet: Neben den radialen Schienensträngen und Ausfallstraßen prägen S-Bahnring, innerer Autobahn(teil)ring, äußerer Eisenbahnring, äußerer Autobahnring das regionale Verkehrsnetz.

Grünfrage
Bereits im Wettbewerb Groß-Berlin 1908-10 war die Botschaft klar: Die ständig wachsende Großstadt soll durch grüne Keile oder Ringe geordnet und lebenswerter werden. Die erste wichtige Tat war 1915 der Dauerwaldvertrag. Er reservierte riesige Waldflächen für Naherholung und Sport. Nach dem Fall der Mauer wurden neue große Parks in Berlin angelegt und Regionalparks im Umland geplant.

Großprojekte
Großflächige Anlagen haben Berlin und sein Umland von Anfang an geprägt, ja gewichtet: etwa riesige Industrieanlagen, Häfen, Flugfelder, Truppenübungsplätze. Die Bildung von Groß-Berlin bot Raum für weitere Großanlagen – etwa das Messegelände und den Weltflughafen Tempelhof, unseren Ausstellungsort. Und jenseits der Grenze der Stadt entstanden weitere Anlagen – etwa die Filmstadt Babelsberg und heute neue Güterverteilzentren.

Planungskultur
Seit gut 100 Jahren bemühten sich Fachleute und Politiker, geeignete Strukturen und Steuerungsinstrumente für das Wachstum des Berliner Großraums zu schmieden. Die Schaffung von Groß-Berlin war zweifellos die wichtigste politische Entscheidung in dieser Hinsicht. Seither steht das Verhältnis zwischen Bezirken und Magistrat/Senat sowie zwischen Berlin und Brandenburg auf der Tagesordnung. Und die Schaffung von Behörden, Ressourcen und Plänen, die das Wachstum steuern sollen.

Blick nach Europa
Um 1900 begannen in Europa auf breiter Front die Versuche, die weit über ihre Grenzen hinauswachsenden großen Städte politisch, administrativ und planerisch neu zu ordnen. Das war nicht nur in Berlin ein sehr schwieriger Prozess, der durch harte, unversöhnliche Interessenswidersprüche behindert wurde und daher nur selten erfolgreich war. Von besonderem Interesse sind hier vier europäische Großstädte: Moskau, Wien, Paris und London.

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Netzwerk-Kolloquien

Mobilität in der Region
Die Mobilität der Großstadtregion ist im Umbruch. Wie wird sie morgen aussehen? Ziel ist das Ineinandergreifen verschiedener Mobilitätsformen, ein reibungsloser Wechsel zwischen Fernbahn, S-Bahn, Straßenbahn, Bus, Car-Sharing, Fahrrad und Gehsteig. Für all diese Formen gibt es – isolierte – Ideen und Visionen, wie aber können sie gemeinsam in den vorhandenen städtischen Räumen optimiert werden?

Zukunft von Wohnen und Arbeiten
Die Quartiere und Siedlungen der Großstadtregion bieten – oft Räume für eine soziale und funktionale Mischung. Doch Arbeitswelten und Lebensgewohnheiten verändern sich stetig, ebenso wie deren Rahmenbedingungen, etwa das natürliche und gesellschaftliche Klima. 
Wie können bestehende Quartiere und Siedlungen nachgebessert, wie neue flexibler und resilienter gestaltet werden?

Zukunft von Gesundheit, Erholung und Sport
Berlin verfügt über riesige Waldflächen und beeindruckende Parkanlagen, Brandenburg bietet neben den preußischen Schlössern und Gärten großartige Natur- und Erholungsräume. Berlin ist zudem ein einzigartiges Sportzentrum, Olympiastadt und Bühne zahlreicher Sportstätten. Und Berlin ist ein Zentrum der Gesundheitspflege. Wie können all diese Stärken städtebaulich gefördert werden?

Zukunft von Klima und Energie
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. 
Er muss begrenzt werden, zugleich müssen wir uns auf ihn vorbereiten. Berlin soll bis 2050 klimaneutral werden. Auch Potsdam setzt sich dieses Ziel. Mit welchen Instrumenten soll das erreicht werden? Was bedeutet das für die Energieversorgung? Welche Auswirkungen hat das für die Großstadtregion, für Architektur und Städtebau?

Wissenschaft und Kultur
Berlins Kultur ist speziell und legendär. Die Großstadtregion ist Brennpunkt gemeinsamen europäischer Geschichte – als nationalsozialistische Hauptstadt, als Zentrum des Kalten Krieges, aber auch als Spiegel der Wiedervereinigung. Berlin ist aber auch ein Zentrum der Wissenschaften. Was bedeutet die Vergangenheit für die Zukunft? Wie muss Kultur, wie Wissenschaft gefördert, wie kann ein tolerantes Klima gesichert werden?

Innovation und digitale Stadtregion
Die Großstadtregion war von Anfang an ein fruchtbares „Exerzierfeld der Moderne“. Heute verändert die Digitalisierung unseren Alltag, aber wie? Und wie kann die Veränderung gestaltet werden? Wie können die Akteure der Digitalisierung gefördert werden? Vor allem aber: Wie kann die Entwicklung unterschiedlicher Sektoren – Wohnen, Arbeiten, Wissenschaft, Mobilität, Energieversorgung, Einzelhandel – digital vernetzt werden?

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Kooperationsmöglichkeiten

Förderer

Förderer werden in allen Veröffentlichungen und bei den Veranstaltungen als Förderer genannt 
und wenn gewünscht mit ihrem Logo auf den Publikationen dargestellt.
Die Förderhöhe beträgt:

20.000 EUR Spendenquittung

Partner

Förderpartner werden nicht nur wie die Förderer auf allen Veröffentlichungen und Veranstaltungen genannt, sondern sind Träger und Mitveranstalter der Netzwerk-Kolloquien, die im Verlauf des Jahres 2019 stattfinden. Bei diesen Kolloquien erhalten sie die Gelegenheit, ihre Anregungen und Ideen darzustellen und einzubringen.
Der Partner-Beitrag liegt bei:

50.000 EUR Sponsoring-Vertrag

Premium
Partner

Premium-Partner erhalten alle Leistungen der Förderer und Förderpartner und werden zusätzlich zu den monatlichen Projektsitzungen eingeladen. Zudem sind exklusive Veranstaltungen mit den politischen Entscheidungsträgern geplant.
Die Premium Partner beteiligen sich ab:

100.000 EUR Sponsoring-Vertrag

Partner

  • Architekturmuseum Berlin TU Berlin
  • Architekten- und Ingenieur- Verein zu Berlin
  • Schirmherrschaft:
    Regierende Bürgermeister (Senatskanzlei)
  • Center for Metropolitan Studies
  • Council for European Urbanism Deutschland
  • Deutscher Werkbund Berlin
  • Hermann-Henselmann-Stiftung
  • Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg
  • Kommunales Nachbarschaftsforum
  • Shchusev State Museum of Architecture
  • Architekturzentrum Wien
  • Iventer le Grand Paris
  • London (NLA)
  • Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

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